Batterieräume Fällt die Stromversorgung durch die Stadtwerke aus, erfolgt die Versorgung aller Rechner zunächst über vier USV-Anlagen aus Batterieblöcken mit einer Leistung von je 1.100 kVA und einer Kapazität für mehr als 17 Minuten. Eine fünfte USV läuft als Reserve parallel (n+1-Redundanz). Bei den Batterien selbst handelt es sich um spezielle wartungsfreie Gel-Akkus. Kühlanlage Die gesamte Kühlanlage ist redundant ausgelegt, selbst ein Ausfall einer Leitung oder eines Ventils betrifft maximal eines der 5 bis 6 Geräte pro Raum. Insgesamt stehen 61 Umluftkühlgeräte mit je 100 kW Leistung zur Verfügung, das bedeutet 400 bis 500 kW Kühlleistung pro Rechnerraum. Löschanlage Das ungiftige Gas bewirkt eine Sauerstoffverdrängung auf ca. 13 %, wodurch eventuellen Brandherden die Grundlage entzogen wird. Alle nicht vom Brand betroffenen Server werden von dem Löschgas nicht beeinträchtigt und können normal weiterlaufen. Das Edelgas ist vollkommen ungiftig und bildet auch im Brandfall keinerlei chemische Verbindungen. Mittelspannungsschaltanlage In der Mittelspannungsschaltanlage wird die Energie über zwei redundante Einspeisung des 20kV-Ringes der Stadtwerke Karlsruhe in die fünf Versorgungsblöcke verteilt. Zwei redundant arbeitende 60V DC USVs versorgen die MS-Schalter, so dass auch bei Stromversorgung die Schalter über die Netzleittechnik betätigt werden können. Rechenzentrum Jeder der 11 Rechenräume verfügt über eine redundante Vollklimatisierung und eine Brandfrüherkennung mit Laser-Partikel-Detektoren. In den Sicherheitsräumen finden jeweils drei Rackreihen mit bis zu 24 Racks Platz, wobei jedes dieser Racks bis zu 80 Rechner aufnehmen kann. Das Rechenzentrum bietet Platz für insgesamt 660 solcher bis zu 120 cm tiefer Racks. Die Leistungsaufnahme pro Rack beträgt ca. 4 bis 6 KW. Das Gebäude wird mit über 150 Kameras von Innen und Außen komplett videoüberwacht. Telekommunikationsraum Im Telekommunikationsraum befinden sich neben einer der zwei LWL-Hauseinführungen zwei unabhängige Router. Während auf einer Hälfte der Leitungen Cisco-Router zum Einsatz kommen, wird dieselbe Aufgabe auf der anderen Hälfte von einem Juniper-Router übernommen. Diese Auslegung stellt sicher, dass bei einem herstellerspezifischen Fehler innerhalb eines Routers die Internetanbindung gewährleistet bleibt. Trafoblöcke Im Endausbau stehen fünf autonome Elektroversorgungsblöcke mit einer Maximallast von jeweils 2MVA zur Versorgung des Rechenzentrums zur Verfügung. Die Anlage benötigt, wenn im Regelbetrieb die Kapazitäten voll genutzt werden, rund 8 Megawatt. Das entspricht rund 2 Prozent des Karlsruher Stromverbrauchs. Insgesamt kommt das Rechenzentrum auf einen Verbrauch von ca. 70 Millionen kWh pro Jahr. USV-Räume In den USV-Räumen wird die unterbrechungsfreie Stromversorgung überwacht. Fällt die Stromversorgung durch die Stadtwerke aus, erfolgt die Versorgung aller Rechner zunächst über die USV-Anlagen aus Batterie-blöcken. Wenn es sich nicht um eine kurzfristige Unterbrechung der Stromversorgung handelt, springen nach wenigen Sekunden die vier 16-Zylinder Diesel-Motoren an, um die Stromversorgung des Rechenzentrums zu übernehmen. |